Zwischen Vitaminen und Mineralien bestehen vielfältige Abhängigkeiten

Um den menschlichen Körper optimal zu versorgen, müssen ihm neben den Nährstoffen Protein, Fette, Kohlenhydrate auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Im Gegensatz zu den hauptsächlich Energie liefernden Nährstoffen sind diese Stoffe dafür zuständig, dass “im Körper alles rund läuft”.

Diese nicht sehr wissenschaftliche Umschreibung weist zum einen darauf hin, dass sich der Fokus der medizinischen Ernährungswissenschaft von den Makronährstoffen auf die Mikronährstoffe verlagert hat. Diese Erkenntnis setzt sich in der wenig ganzheitlich arbeitenden Schulmedizin erst langsam durch, bestimmt aber inzwischen einen großen Teil der aktuellen medizinischen Forschung. Die vielen nur in Mikro-Mengen benötigten Nährstoffe funktionieren synergetisch. Man hat festgestellt, dass in vielen Fällen ein Mineralstoff oder Vitamin seine Funktion sogar nur dann korrekt erfüllen kann, wenn ein anderer Vitalstoff in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

Magnesium: Ein Mineralstoff in zahlreichen Wechselbeziehungen

Magnesium ist ein bedeutender Faktor im Bereich Mikronährstoff-Versorgung. Man weiß heute, dass eine ausreichende Versorgung mit Magnesium eine Art Schlüssel ist, von der eine ganze Kette biochemischer Reaktionen und Vorgänge im Körper abhängt. Magnesium ist nach Calcium, Kalium und Natrium der vierthäufigste Mineralstoff im menschlichen Körper, kann aber vom Körper selbst nicht synthetisiert werden. Es gehört also zu den sogenannten essentiellen Nährstoffen, die von außen zugeführt werden müssen.

Bei folgenden Stoffwechselprozessen spielt Magnesium eine Rolle:

  • Synthese und Tätigkeit der Second Messengers (sekundärer Botenstoffe) = intrazelluläre Kommunikation
  • Zellstoffwechsel und Zellapoptose (programmierter Zelltod)
  • Stabilisation verschiedenster Zellstrukturen z. B. von DNA und RNA, Membranen und Ribosomen
  • Elektrolytgleichgewicht (Regulation der Calcium-, Kalium- und Natrium-Homöostase)
  • Physiologischer Calcium-Antagonist für Regulation von Muskelkontraktion und Muskelentspannung
  • Thermoregulation (Anpassung der Körpertemperatur)
  • Knochenstoffwechsel, Magnesiumspeicher im Knochengewebe
  • Blutdruck, Blutzuckergehalt, Herzrhythmus, Immunsystem, endokrines System, Übertragung von Nervenreizen

Selten löst das Magnesium alleine die finale Wirkung aus. Öfter sind andere Mikronährstoffe beteiligt, die wichtigsten bisher bekannten und erforschten Kofaktoren von Mg sind:

  • Vitamin D3
  • Vitamin K2
  • Zink
  • Phosphor
  • Calcium
  • Vitamin A

Magnesium und Vitamin D3

Dass Vitamin D im Körper höchst wichtige, hormonähnliche Funktionen ausübt und Menschen, die auf der nördlichen Erdhalbkugel vorwiegend in geschlossenen Räumen leben, ständig am Rande eines Mangels balancieren, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Dass der Körper über die UV-Strahlung und Nahrung zugeführte Vorstufen nur dann in körperverfügbares Calcitriol umwandeln kann, wenn ihm genug Magnesium zur Verfügung steht, ist (auch unter Ärzten) oft nicht bekannt. Aber so ist es: Magnesium wird für jeden einzelnen Transformationsschritt im Vitamin-D-Zyklus benötigt:

  • Die bei Umwandlung der verschiedenen Vitamin-D-Formen beteiligten Enzyme brauchen und verbrauchen Magnesium
  • Die Vitamin-D-Transportmoleküle im Körper sind ebenfalls abhängig von Magnesium
  • Die Regulation des Vitamin-D-Stoffwechsels über das Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon, PTH) wird stark durch Magnesium beeinflusst

Bei nur gering unzureichender Magnesiumzufuhr können deshalb ausreichend Calcitriol-Vorstufen in den Zellen zur Verfügung stehen, ohne dass der Körper sie nutzbringend verwerten kann. Magnesium wirkt hier aber auch limitierend, weil auch bei sehr hohen Magnesium-Spiegeln die Produktion von Parathormon zurückgefahren wird.

Magnesium und Zink

Der Mineralstoff Zink wurde lange Zeit unterschätzt, wird aber seit einiger Zeit wegen seiner Wirkungen auf Immunsystem und Krankheitsvorsorge/-heilung mit höchstem Interesse betrachtet. Damit über Magnesium zu Calcitriol aktiviertes Vitamin D3 vom Körper verarbeitet werden kann, müssen intrazelluläre Vitamin-D-Rezeptoren auf das “Andocken” des Calcitriols warten. Diese intrazellulären Vitamin-D-Rezeptoren müssen vorschriftsgemäß funktionieren. Das bedeutet, dass das Calcitriol an den Rezeptor binden kann, der Hormon-Rezeptor-Komplex zur DNA wandert und dort die Expression der gewünschten Proteine veranlasst.

Bei Zink-Mangel besteht die Gefahr, dass die Vitamin-D-Rezeptoren nicht richtig arbeiten oder im Extremfall gar nicht erst gebildet werden. Denn Zink reguliert die Protein-Synthese und damit auch die Synthese des aus Proteinen bestehenden Vitamin-D-Rezeptors. Zink ist auch über diese Funktion hinaus unentbehrlich für die Gesundheit: Kein Mineralstoff hat so einen starken Einfluss auf Immunsystem, Haut und Haare. Zink ist weiter an Fortpflanzung, Insulinbildung, Muskelaufbau, Zellteilung, Entgiftung, Alkoholabbau, Geruchssinn und Sehvermögen und korrektem Ablauf einiger weiterer Körperfunktionen beteiligt.

Die ausreichende Magnesium-Versorgung ist Grundvoraussetzung für die korrekte Funktion des Zink-Stoffwechsels und sollte schon allein deshalb unbedingt sichergestellt werden. Allerdings können normalerweise unschädliche Magnesiummengen ab einer gewissen Überdosis wiederum die Zinkresorption stören. Ein gutes Argument dafür, den Magnesium-Spiegel nie so weit absinken zu lassen, dass zum schnellen Wiederaufbau völlig unphysiologische Mengen verabreicht werden müssten. Dasselbe gilt auch für den Zink-Spiegel – dieser Mineralstoff ist nicht leicht zu substituieren.

Magnesium und Calcium

Der Mineralstoff Calcium und seine Verfügbarkeit im menschlichen Stoffwechsel ist ebenfalls in den entscheidend von ausreichender Magnesium-Versorgung abhängigen Regelkreis involviert:

Wie oben erwähnt, wird nur genug Parathormon für die Synthese von körperaktivem Vitamin D gebildet, wenn genug Magnesium zur Verfügung steht. Je höher der Parathormon-Spiegel, desto mehr aktives Vitamin D bildet der Körper, was wiederum Calcium-Aufnahme und Verbrauch fördert. Vitamin D3 ist für das Calcium ein recht wichtiger Aufnahmehelfer: Calcium wird nur bei konstant hoher Zufuhr durch passive Diffusion über die Darmwand ins Blut aufgenommen, die nicht mit jeder Nahrung erfolgt. Calcium muss deshalb auch in mehr oder weniger großen Mengen aktiv resorbiert werden, und dazu braucht es das Calcitriol, das die Darmzellen anregt, mehr Calcium aufzunehmen und direkt ins Blut weiterzuleiten. Dies erhöht die Calcium-Aufnahme um bis zu 75 Prozent. Wenn die Calcium-Zufuhr über die Nahrung immer unterhalb der Tagesdosis liegt, ist besonders wichtig, dass immer ausreichend Calcitriol zur Verfügung steht.

Je niedriger der Calcium-Spiegel, desto mehr Magnesium wird gebraucht, um neues Parathormon zu bilden, das dann wieder mehr Vitamin D synthetisiert und welches dann wieder die Calcium-Resorption steigert. Ein sich ewig wiederholender Kreislauf, der immer dann gestört wird, wenn eines der Vitamine oder Mineralien nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Dies sollte vermieden werden, denn Calcium ist als nicht ersetzbarer Grundbestandteil von Knochen und Zähnen einer der wichtigsten Mineralstoffe. Wenn nicht genug freies Calcium für die Aufgaben im Körper zur Verfügung steht, wird Calcium aus den Knochen gelöst, die langfristige Folge ist Osteoporose. Früher war häufig zu lesen, dass Calcium und Magnesium jeweils die Resorption des anderen Mineralstoffs beeinträchtigen. Das ist nicht der Fall, weil beide durch unterschiedliche Transportsysteme aufgenommen werden.

Magnesium ist vielmehr ein physiologischer Calcium-Antagonist, die Arbeit der beiden Mineralstoffe ergänzt sich. Weil wesentliche Funktionen des Calcium-Haushalts von der guten Magnesium-Versorgung abhängig sind, sollten beide Mineralstoffe in ausreichender Menge und dem empfohlenen Verhältnis von 2 Teilen Calcium und 1 Teil Magnesium aufgenommen werden.

Vitamine Mineralien Magnesium Calcium Zink Phosphor A D3 K2

Magnesium und Vitamin K2

Vitamin K ist das nächste Instrument im Orchester: Es arbeitet bei der Verwertung von Calcium mit der körperaktiven Vitamin-D-Form als Cofaktor zusammen, in einer herausragend wichtigen Rolle.

Vitamin K – am besten bioverfügbar ist Vitamin K2 MK-7 – transportiert das durch Vitamin D freigesetzte Calcium zu den Stellen im Körper, an denen Calcium gerade gebraucht bzw. eingebaut und verarbeitet werden soll. Dazu und dabei aktiviert das Vitamin K ein Protein namens Matrix Gla Protein (MGP), dessen Produktion wiederum durch Vitamin D erhöht wird.

MGP hat eine hohe Affinität – Leidenschaft – zur Bindung an Calciumionen; so verhindert es Calciumablagerungen in den Blutgefäßen und fehlerhafte Calciumlager in Weichgeweben, ist aber auch mitbeteiligt, wenn das Calcium seine Rolle beim Knochenaufbau erfüllt. Außerdem aktiviert das Vitamin K das ebenfalls im Knochen vorhandene Peptidhormon Osteocalcin – ein Hormon mit Proteinstruktur, das ebenfalls Calcium bindet und für den Einbau des Calciums ins Knochengewebe verantwortlich ist. Nach neuesten Forschungsergebnissen senkt Osteocalcin wohl auch den Blutzucker und ist am Fettabbau beteiligt.

Magnesium und Phosphor

Magnesium sorgt für die Umwandlung von Vitamin D in seine physiologisch wirksame Form, und diese biowirksame Form des Vitamin D steuert wiederum die Aufnahme von Phosphor. Neben seinen vielfältigen sonstigen Aufgaben im Körper, z. B. im Energiehaushalt, Aufbau der Zellwände, DNA-Struktur, pH-Puffer im Blut, ist Phosphor allerdings auch selbst wieder an der Regulation der Vitamin-D-Umwandlung in die Aktiv-Form beteiligt – und damit ein weiteres Glied der “Magnesium-Kette”, das einige Aufmerksamkeit verdient.

Auf der einen Seite ist bei starkem Vitamin-D-Mangel auch bei Gesunden eine Phosphor-Unterversorgung denkbar, obwohl Phosphor in fast allen Lebensmitteln vorkommt. Zum anderen liegt schon die durchschnittliche Phosphoraufnahme von ca. 1.300 mg deutlich über den Empfehlungen von 700 mg/Tag. Vor allem der häufige Genuss von hoch phosphathaltigen Colagetränken, Energy-Drinks und Fertigprodukten mit phosphathaltigen Zusatzstoffen führt nicht selten zu einem noch höheren Überangebot an Phosphor. Beides stört das sensible Gleichgewicht, das im Körper zwischen Phosphor und Calcium herrscht und viele Körperbereiche bis hin zur Hormon-Produktion berührt.

Zu viel Phosphat bindet Magnesium im Darm und hemmt so auch wieder Magnesium-Resorption, die nächste Stufe des Teufelskreises.

Magnesium und Vitamin A

Vitamin A ist als Schönheits-Vitamin bekannt, hat aber tatsächlich wichtigere Aufgaben im Körper, die Nervensystem, Blutkörperchen, Eiweiß-Stoffwechsel, Haut und Schleimhäute, Knochengerüst, Fortpflanzung, embryonales Wachstum und Immunsystem betreffen.

Vitamin A ist der Wechselspieler im Konzert: Der Vitamin-D-Rezeptor arbeitet eng mit dem Vitamin-A-Rezeptor zusammen, beide wirken je nach Bedarf. Mit sehr wichtigen ausgleichenden Folgen für unsere Nährstoff-Versorgung: Wenn zu wenig Vitamin D da ist, stellt Vitamin A die Wirkung des Calcitriols wieder her, bei einem Überangebot an Vitamin A hemmt Vitamin D dessen Wirkung. Wenn beide zusammen in unphysiologisch hohen Mengen als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, kann Vitamin A die Calcitriol-Wirkung aufheben.

Es ist also höchst empfehlenswert, auf eine ausgeglichene Balance zwischen Vitamin A und Vitamin D zu achten. Nur bei einer ausreichenden Versorgung mit Magnesium läuft der Vitamin-D-Stoffwechsel allerdings derart reibungslos, dass er die feinen Ausgleichsreaktionen des Vitamin-A-D-Wechselspiels mühelos bewältigt.

Eine gute Magnesium-Versorgung wirkt sich vielfach positiv aus

Auch wenn mancher Arzt bei allgemeinen Leistungstiefs und unspezifischen Symptomen noch heute erst nach langer diagnostischer Irrfahrt auf Mängel in der Nährstoffversorgung kommt: Vitamine und Mineralstoffe sind keine Medikamente, die separat verschrieben werden müssen. Für die gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist jeder selbst verantwortlich. Gesundes und ausgewogenes Essen mit frischen Zutaten ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Stoffwechselprozesse im Körper korrekt funktionieren. Hat man hierzu nicht die Möglickeit, ist der Körper nur begrenzt in der Lage, die dadurch entstehenden Mängel auszugleichen. Nur wenn alle voneinander abhängigen und stark miteinander in Wechselwirkung stehenden Prozesse optimal ablaufen, ist das gesamte System gesund. Das Ziel sollte sein, nicht nicht krank zu sein, sondern sich rundum wohlzufühlen. Dazu trägt eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien bei. Halten Sie also die Magnesiumversorgung des Körpers immer auf einem optimalen Level. Sorgen Sie jetzt vor!

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