Auswirkung von Magnesium auf Osteoporose

Was haben Knochen und Osteoporose mit Magnesium zu tun?

Magnesium ist ein Mineralstoff, der bei der Bildung der Körperstruktur eine große Rolle spielt. Über 60 Prozent des im menschlichen Körper enthaltenen Magnesiums steckt in den Knochen. Da dieses Mineral viele biochemische Reaktionen für Aufbau und Erhalt unserer Knochen aktiviert, kann Magnesiummangel gefährlich werden. Ein Beispiel dafür ist Knochenschwund, auch als Osteoporose bekannt. Magnesium ist für den Knochenaufbau genauso wichtig wie z. B. Kalzium. Magnesiummangel kann sogar wegen zu geringer Aktivierung von Vitamin D auch zu Kalziummangel führen. Knochenbildende Zellen, auch Osteoblasten genannt, vermehren sich bei einer zusätzlichen Gabe von Magnesium. Dadurch erhöht sich auch die Dichte der Knochen, das Osteoporoserisiko sinkt. Osteoporose bedeutet einen Abbau von Knochengewebe und somit eine Verminderung der Knochendichte. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Knochen eine höhere Anfälligkeit für Brüche, speziell für Ermüdungsbrüche, zeigen. Mit zunehmendem Alter ist ein dauerhafter Calcium- und Magnesiummangel verhehrend und führt – bei Frauen vermehrt nach dem Klimakterium (Postmenopause) – zur Verminderung des Knochengewebes. Wenn dem Körper genug Calcium, Magnesium und Vitamin D zur Verfügung steht, ist das Osteoporose Risiko geringer. Deshalb ist eine Magnesiumzufuhr z. B. als Nahrungsergänzung, sehr zu empfehlen. Leider wurde in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass nur Calcium verantwortlich für den Knochenschwund ist. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Knochenentkalkung“ für Osteoporose. Erst neuere Studien zeigen, dass es wichtig ist, auch Magnesium zu supplementieren, da Kalzium, Magnesium und Vitamin D3 ein Zusammenspiel bei Knochenaufbau und Knochenerhalt bilden.

Welche Knochen sind besonders von Osteoporose betroffen?

Da die Minderung der Festigkeit von Knochen grundsätzlich alle Knochen betreffen kann, nachfolgend eine kurze Übersicht rund um Knochen im menschlichen Körper. Es gibt verschiedene Formen von Knochen. Beckenknochen sind ein Beispiel für platte Knochen. Oberarm, Oberschenkel und Speiche gehören zu den Röhrenknochen. Zu den unregelmäßigen Knochen zählen wir z. B. die Wirbel der Wirbelsäule. Gerade all diese genannten Knochen sind besonders oft von Brüchen als Folge einer Osteoporose betroffen. Als Teile des passiven Bewegungsapparates und des Stützapparates sind diese Knochen vielen Belastungen ausgesetzt. Gerade für ältere Menschen können Brüche dieser Skelettknochen unangenehme Folgen haben. Wenn Operationen nötig sind für den Heilungsprozess, gibt es bei älteren Menschen eher Komplikationen (z.B. eine Embolie) als bei jungen Leuten. Das lange praktizierte Ruhigstellen der Knochen durch ein Korsett oder Eingipsen und Bandagieren führt zu einem Muskelabbau, den ältere Menschen ohne fremde Hilfe zum Teil gar nicht wieder rückgängig machen können. Wenn gar ein Bruch nicht entsprechend heilt, können Behinderungen und vor allem Schmerzen die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Dass sowohl die Einnahme von Magnesium als auch die bewusste oder unbewusste Einschränkung der Magnesiumaufnahme Auswirkungen auf den Organismus hat, wurde in verschiedenen Studien bewiesen.

Längerer Magnesiummangel verursacht Osteoporose bei Ratten

In einer wissenschaftlichen Studie (Prolonged magnesium deficiency causes osteoporosis in the rat) erhielten weibliche Sprague-Dawley-Ratten eine halbsynthetische Diät. Bei einer Gruppe enthielt die Diät nur 200 ppm (relative Maßangabe), bei der zweiten 2000 ppm Magnesium. Die Gruppen bestanden jeweils aus 8 Ratten. Die magnesiumreiche Ernährung wie auch die magnesiumarme dauerte insgesamt ein Jahr. Alle 3 Monate erfolgte eine Urinprobensammlung, am Ende der Studie wurden Blutproben genommen. Nach Tötung der Ratten gab es Messungen der Knochendichte mit Hilfe der Doppelenergie-Röntgen-Absorptiometrie (DXA). Wirbel wie die Lendenwirbel 3 bis 5 und Oberschenkelknochen wurden untersucht, letztere auch auf Knochenbrüchigkeit. Die Dichte der Knochen von Wirbel und Oberschenkel war bei den Ratten mit magnesiumreicher Ernährung deutlich höher. Auch mikroskopische Untersuchungen bestätigten den positiven Einfluss von Magnesium auf Knochen.

Spiegel von ionisiertem Magnesium bei Frauen in verschiedenen Stadien der postmenopausalen Osteoporoseprogression

Die Studie „Levels of ionized magnesium in women with various stages of postmenopausal osteoporosis progression evaluated on the basis of densitometric examinations“ umfasste 53 Frauen, die in drei Gruppen unterteilt wurden. Die Aufteilung in die jeweiligen Gruppen erfolgte nach WHO (Welt-Gesundheits-Organisation)-Kriterien und T-Index. Dieser T-Wert ist ein Vergleichswert des mittleren Knochen Mineralgehalts gesunder jüngerer Menschen zu den Werten des jeweiligen Patienten. Dabei bedeutet ein T-Wert, der unter -1 liegt einen Normalbefund. Werte von -1 bis – 2,5 weisen auf eine Minderung der Dichte von Knochen hin. Werte, die weniger als – 2,5 zeigen, gelten als Zeichen einer Osteoporose. So lassen sich die Stadien des Fortschreitens der Knochenporösität gut feststellen. Zu den beiden Gruppen von Frauen mit verschiedenen Stadien postmenopausaler Osteoporose kam ein dritte Gruppe. Diese bildeten gesunde Frauen im perimenopausalen Alter (ca. zwischen 38. und 52.Lebensjahr). In den Gruppen der Frauen mit Osteoporose und speziell schwerer Osteoporose zeigte sich ein klar niedrigerer Spiegel von ionisiertem (freiem) Magnesium.

Vorbeugen ist besser als heilen – deshalb rechtzeitig reagieren

Dies bedeutet, dass es wichtig ist, den Magnesium Spiegel und die Knochendichte im Auge zu behalten. Bei ersten Verdachtsmomenten für das Vorliegen oder den Beginn einer Osteoporose sollte ein Arztbesuch angesagt sein. Denn eine nicht erkannte Erkrankung schreitet ohne Behandlung oft rasch fort. Wenn erst bei dem Bruch eines Knochens die Alarmglocken läuten, ist es schon allerhöchste Zeit. Wichtig ist, bei einer Nahrungsergänzung mit Calcium und Magnesium auf das Verhältnis der Mengen der beiden Stoffe zu achten. Als ideal gilt 2:1, also beispielsweise 300 mg Magnesiumcitrat und 600 mg eines Kalziumpräparates. Hohe Dosen dieser Substanzen nicht gleichzeitig einnehmen!

 

Studien:

J Am Coll Nutr. 2004 Dec;23(6):704S-11S. Prolonged magnesium deficiency causes osteoporosis in the rat. Stendig-Lindberg G1, Koeller W, Bauer A, Rob PM. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15637219

Przegl Lek. 2000;57(12):714-6. Levels of ionized magnesium in women with various stages of postmenopausal osteoporosis progression evaluated on the basis of densitometric examinations. Brodowski J1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11398593